3 Juni 2025
Mautstraßen und Mautvignetten in Frankreich: Was Sie vor Ihrer Abreise unbedingt wissen sollten
Sie haben Ihr Ferienhaus in der Provence gebucht, die Koffer stehen bereit und die Playlist für unterwegs ist schon zusammengestellt. Aber dann kommt die unvermeidliche Frage: Wie sieht es eigentlich mit Mautstraßen in Frankreich aus? Brauchen Sie eine Vignette? Und wie viel müssen Sie genau bezahlen? Keine Sorge, in diesem Blog erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, bevor Sie die französische Grenze überqueren.
Mautstraßen in Frankreich: Wie funktioniert das?
Frankreich verfügt über eines der größten Autobahnnetze Europas, und viele davon sind mautpflichtige Straßen, auch Autoroutes à péage genannt. Sie sind an den blauen Schildern mit einem „A” (wie A7 oder A9) und dem Wort péage zu erkennen.
Wenn Sie auf die mautpflichtige Autobahn auffahren, nehmen Sie an einer Schranke ein Ticket. Wenn Sie die Autobahn verlassen, zahlen Sie entsprechend der zurückgelegten Strecke. Ganz einfach.
Was Sie zahlen, hängt ab von:
• Der zurückgelegten Strecke
• Dem Fahrzeugtyp (Auto, Wohnwagen, Wohnmobil usw.)
• der Route (einige Abschnitte sind teurer als andere)
Beispiel: Eine Fahrt von Luxemburg nach Avignon über die A6 und A7 kann schnell etwa 60 Euro an Mautgebühren kosten. Einfache Fahrt. Dafür fahren Sie aber auch wunderbar zügig auf gut gepflegten Straßen.
Wie bezahlt man Mautgebühren in Frankreich?
Sie können auf verschiedene Arten bezahlen:
• Bargeld (Münzen oder Scheine. Achtung: Einige Mautstellen akzeptieren kein Bargeld mehr)
• Kreditkarte (am häufigsten und schnellsten)
• Mautbadge (Télépéage): Damit können Sie ohne anzuhalten weiterfahren. Sie befestigen den Badge hinter Ihrer Windschutzscheibe, und die Maut wird automatisch abgebucht.
Für alle, die mehrmals im Jahr nach Frankreich fahren oder an stark frequentierten Wochenenden unterwegs sind, ist ein solcher Maut-Badge übrigens sehr zu empfehlen. Sie dürfen dann auch die separaten „T“-Spuren benutzen. Das spart oft viel Wartezeit.
Brauchen Sie in Frankreich eine Vignette?
Gute Nachrichten: In Frankreich gibt es keine Vignette wie in Österreich oder der Schweiz. Sie zahlen nur für die Autobahnabschnitte, die Sie tatsächlich nutzen. Wichtig ist jedoch, dass Sie in einigen französischen Städten eine Umweltplakette (Crit'Air) benötigen. Zum Beispiel in Paris, Lyon oder Grenoble. Diese Plakette ist an die Abgaswerte Ihres Fahrzeugs gekoppelt und muss im Voraus bestellt werden. Aber keine Sorge: Wenn Sie ein Ferienhaus in ländlichen Gebieten wie Mazan, Richerenches oder der Dordognemieten, haben Sie selten mit Umweltzonen zu tun.
Maut vermeiden? Ist das möglich?
Ja, das geht. Sie können den Routes nationales oder D-Straßen folgen, die kostenlos sind. Diese sind oft ruhiger, führen Sie durch malerische Dörfer und bieten manchmal wunderschöne Ausblicke. Aber um ehrlich zu sein: Es dauert etwas länger. Wenn Sie an einem Tag von den Niederlanden nach Südfrankreich fahren möchten, kommen Sie um die mautpflichtigen Straßen kaum herum.
Tipp: Nutzen Sie vorab einen Routenplaner, der Ihnen mautfreie Strecken anzeigt. So können Sie selbst entscheiden, ob Sie Geschwindigkeit oder Charme bevorzugen.
Neue Generation: Maut ohne Schranken
Frankreich experimentiert seit kurzem mit „Free-Flow”-Mautstraßen: keine Tickets, keine Schranken, sondern Kennzeichenregistrierung per Kamera. Sie bezahlen im Voraus online oder nachträglich über eine App oder einen Zahlungsautomaten.
Diese Technik wird bereits auf Teilen der A79 eingesetzt und soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. Praktisch, aber achten Sie darauf, dass Ihre Zahlung nicht „vergessen” wird. Sonst droht eine Geldstrafe.
Wie viel kostet es wirklich?
Das hängt von Ihrer Route ab. Als Faustregel gilt: Eine Fahrt von den Niederlanden nach Südfrankreich kostet etwa 50 bis 100 Euro an Mautgebühren (Hinfahrt). Die Rückfahrt kostet natürlich genauso viel. Rechnen Sie dazu Ihre Kraftstoffkosten hinzu, und Sie wissen, was Ihre Autofahrt ungefähr kosten wird. Zusätzliche Kosten? Einige Brücken und Tunnel (wie die Pont de Normandie oder der Fréjus-Tunnel) haben separate Tarife.
Goldene Tipps für unterwegs
- Nehmen Sie einen Maut-Badge mit, wenn Sie in der Hochsaison reisen. Im Juli und August kann es zu erheblichen Wartezeiten an den Mautstellen kommen.
- Bewahren Sie Ihre Mauttickets immer bis nach der Bezahlung auf. Bei Verlust zahlen Sie manchmal den Höchsttarif für die gesamte Strecke.
- Vermeiden Sie schwarze Samstage (schwarzer Samstag = „samedi noir“) Vor allem im Juli und August können bekannte Strecken wie die A7 (Route du Soleil) überfüllt sein.
- Planen Sie Ihre Zwischenstopps im Voraus. Viele Raststätten an den mautpflichtigen Straßen sind überraschend grün und kinderfreundlich.
Mit Wissen unterwegs = entspannt ankommen
Ein Ferienhaus in Frankreich zu mieten bedeutet Freiheit. Aber eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass Sie stressfrei an Ihrem Ziel ankommen. Wenn Sie im Voraus wissen, wie Mautstraßen funktionieren, welche Zahlungsmethoden praktisch sind und worauf Sie achten müssen, beginnen Sie Ihren Urlaub genau so, wie er beginnen sollte: entspannt.
Bon voyage!
